Langzeit-Konserven: Unbedingt bevorraten

Seit mehr als 40 Jahren ruft die Bundesregierung Deutschland über das BBK – Bundesamt für Bevölkerungsschutz und Katastrophenhilfe – dazu auf, dass alle Haushalte einen Notvorrat anlegen sollen. Doch wenn man an haltbare Lebensmittel denkt, hat man meist nur die normalen Supermarkt-Dosen im Kopf, die nach ein bis drei Jahren ablaufen. Spezielle Langzeit-Konserven – also gezielt für die Krisenvorsorge hergestellte Lebensmittel mit einer Haltbarkeit von bis zu 10 oder sogar 30 Jahren – sucht man in herkömmlichen Regalen vergebens. Dennoch gibt es in den meisten deutschen Haushalten heute kaum noch ausreichende Vorräte, um sich mindestens 2 Wochen autark versorgen zu können, ohne zwingend einkaufen zu müssen. Aber auch in den Nachbarländern Österreich und Schweiz wird sich kaum mit der Notwendigkeit sinnvoller Krisenvorsorge beschäftigt. In unserem Artikel erfahren Sie, warum Sie haltbare Lebensmittel einlagern sollten, worin der genaue Unterschied zu normalem Dosenfutter liegt und welche Konserven dafür besonders gut geeignet sind. Denken Sie unbedingt auch an einen Notfallkocher!

  • Konserven – die Basis Ihrer Vorräte
  • Regierung empfiehlt Vorratshaltung
  • Unterschied Langzeitkonserve & normale Konserve
Konserven

Warum die Regierung Langzeit-Konserven empfiehlt

Der Gedanke, dass unser modernes Europa jemals in eine Lage kommen könnte, in der wir über mehrere Tage, Wochen oder Monate von Langzeit-Konserven und abgepacktem Trinkwasser leben müssen, erscheint absurd. Das passt nicht in unser Heile-Welt-Bild.

Nicht zu verkennen ist jedoch:

Die deutsche Regierung betreibt selbst innerhalb des Zivilschutzprogramms staatliche Krisenvorsorge, hält Langzeit-Lebensmittel, Notvorräte, Trinkwasservorräte, Getreide, Medikamente usw. für die Bevölkerung bereit.

Tatsache ist: Staatliche Krisenvorräte reichen nicht aus

In Notfallsituationen sowie bei akuten Bedrohungsszenerien ist die Bundesregierung nicht in der Lage, über das gesamte Bundesgebiet flächendeckend Notfallversorgung zeitnah zu entfalten. Nachzulesen ist dies auf der Internetseite des BBK (Bundesamt für Bevölkerungsschutz und Katastrophenhilfe).

BBK: Bundesreserve für einige Tage oder wenige Wochen

Bürger sind somit im Katastrophenfall unweigerlich Tage, Wochen oder vielleicht sogar Monate komplett auf sich allein gestellt, wenn Infrastruktur und tägliche Versorgung zusammenbrechen.

Darüber hinaus reichen Vorräte aus der sogenannten Bundesreserve niemals aus, alle Bürger über einen längeren Zeitraum zu versorgen. Das BBK spricht von „mehreren Tagen bis einige Wochen“.

Fakt: Die Welt ist im Umbruch

Auch wenn wir es nicht wahrhaben wollen: Unsere alltägliche Versorgung mit Lebensmitteln, Trinkwasser und Energie ist alles andere als sicher. Erdbeben, Hochwasserkatastrophen, Umweltkatastrophen, Pandemien oder Terror sind realistische Gefahrenlagen, mit denen wir tagtäglich rechnen müssen.

Angesichts weltpolitischer Spannungen kann auch eine große Krise nicht ausgeschlossen werden. Mit jedem Tag, an dem uns keine Katastrophe ereilt, nähern wir uns dem Tag, an dem es passieren wird.

Informieren Sie sich jetzt über Langzeit-Konserven

Frisch gekocht schmeckt es natürlich am besten, aber trotzdem sollten Sie immer einen Vorrat an Langzeit-Konserven zuhause haben. Gründe, warum Konservendosen in der Vorratshaltung unverzichtbar sind, gibt es viele. Dennoch ist das Einlagern von Dosen und anderen haltbaren Lebensmitteln etwas aus der Mode gekommen.

Auf Checkliste-Krisenvorsorge.de wollen wir Sie über Langzeit-Konserven informieren und vor allem diese Fragen klären:

  • Was ist eine Langzeitkonserve?
  • Welche haltbaren Lebensmittel bzw. Langzeit-Konserven gibt es?
  • Warum ist Konserveneinlagerung lebenswichtig?
  • Wie viele Lebensmittelkonserven einlagern?
  • Wie viele Kalorien braucht der Mensch?
  • Welche Konserven eignen sich für die Krisenvorsorge?
  • Welche Konservendosen eignen sich nicht für die Langzeitvorhaltung?
  • Wie werden Konserven richtig eingelagert?
  • Welche Risiken bestehen bei Konservennahrung?
  • Welche Langzeitnahrung gehört in den Konservenvorrat?
  • Was ist überhaupt eine Langzeitkonserve?

Das Konservieren von Lebensmitteln in einer geschlossenen Dose ist eine bewährte Methode, um Lebensmittel haltbar zu machen. Jeder kennt die berühmte Ravioli Dose von Maggi oder geschälte Mandarinen im Saft sowie Erbsensuppe und Linsensuppe.

Viele solcher Konservendosen sind mit einem Haltbarkeitsdatum versehen, das den Lebensmitteln eine Haltbarkeit von 1 Jahr oder 3 Jahren zuweist. Das MHD gibt den Zeitraum an, wie lange der Doseninhalt ab der Herstellung mindestens haltbar ist.

Langzeit Konserven: Bis zu 10 Jahre Mindesthaltbarkeit

Spezielle Notvorrat-Produkte und Langzeit-Lebensmittel sind jedoch weitaus länger haltbar als ein bis drei Jahre. Einige Hersteller garantieren für ihre Spezialdosen eine Mindesthaltbarkeit von zehn Jahren.

Immer wieder sind Berichte von Konsumenten zu hören, die

  • Dosenbrot
  • Dosenkäse
  • Dosenbutter
  • Dosensuppe

oder eine Fleischkonserve 20, 30 oder sogar erst 50 Jahre nach Ablauf des MHD verzehren und dem langhaltbaren Dosenfutter auch nach Jahrzehnten noch eine einwandfreie Qualität zusprechen.

Unterschiede bei Konserven: Wussten Sie schon?

Es wird zwischen Halbkonserven, Dreiviertelkonserve, Vollkonserven unterschieden. Als Vollkonserve wird eine Konserve dann bezeichnet, wenn sie mindestens zwei Jahre haltbar ODER unbegrenzt haltbar ist. Dementsprechend weisen andere Konserven eine kürzere Mindesthaltbarkeit auf.

Sinnvolle Ergänzung für Ihren Dosenvorrat

Ergänzen Sie Ihren Vorrat mit Konserven durch andere Lebensmittel. Geeignet sind zum Beispiel getrocknete Hülsenfrüchte, Kartoffelpüree-Pulver, Dosenbrot, Backzutaten, Nüsse, Marmelade, Schokocreme, Gewürze, Süßigkeiten, Getränkepulver sowie lange haltbare Obst- und Gemüsesorten. Diese Nahrungsmittel dienen einerseits der geschmacklichen Abwechslung, als Nervennahrung und der Vitaminversorgung.. Mehr erfahren Sie in unserem Hauptartikel Checkliste Krisenvorsorge Lebensmittel.

Ein sinnvoller Mix aus Konserven und anderen Lebensmitteln zur Krisenvorsorge

Sind Konserven aus dem Geschäft Langzeitkonserven?

Jein. Selbstverständlich sind Konserven, wie man sie aus dem Supermarkt kennt, auch für einen relativ langen Zeitraum lagerfähig. Doch wenn Sie genau auf das Mindesthaltbarkeitsdatum schauen, werden Sie sehen, dass konserviertes Gemüse, klassischer Dosen-Eintopf, Dauerbrot, Dosenobst und Dosenwurst nur 1-3 Jahre haltbar sind.

Herkömmliche Konserven auf dem Lebensmittelhandel sind 1-3 Jahre haltbar

Daraus ergibt sich, dass der Verbraucher bei jeder einzelnen Konservenbüchse genau hinschauen muss, welches MHD der Hersteller angibt.

Bis dahin übernimmt der Hersteller eine „Genießbarkeitsgarantie“. Also selbst Dosen, die ein 2 oder 3 Jahre gültiges MDH haben, könnten unter Umständen noch nach 5 Jahren bedenkenlos verzehrt werden, jedoch wird dies vom Hersteller nicht garantiert.

Ein Großteil der Dosen aus dem Supermarkt weist eine Mindesthaltbarkeit von 3 Jahren auf, wurden jedoch bis zum Zeitpunkt des Verkaufs an den Endkunden vielleicht schon 1 Jahr im Lebensmittelladen gelagert. Die Mindesthaltbarkeit beträgt dann nur noch 2 Jahre.

Für Langzeiteinlagerung sind daher herkömmliche Konservendosen nur bedingt zu verwenden. Das Einlagern der Dosen bringt deshalb mehr Aufwand und meist auch höhere Kosten mit sich, da abgelaufene Konserven regelmäßig ausgetauscht und durch neue Konserven zum Einlagern ersetzt werden müssen. Konservendosen, die vom Hersteller eigens für die Krisenvorsorge mit einer Zehn-Jahres-Haltbarkeit deklariert sind, sind für den privaten Notvorrat ideal.

Welche Langzeitkonserven gibt es?

Konservendosen sind die wichtigsten Langzeitkonserven und am häufigsten in Lebensmittelgeschäften zu entdecken. Auch Eingewecktes im Glas darf als Langzeitkonserve betrachtet werden, wenngleich die Dauer der Mindesthaltbarkeit bei Glaskonserven deutlich kürzer ist. Glas- und Blechkonserven unterscheiden sich in weiteren Punkten:

  • Konservenbüchsen schützen den Inhalt vor Licht.
  • Konservendosen sind robuster, Glas bricht beim Runterfallen.
  • Glaskonserven können ohne Hilfsmittel geöffnet werden.
  • Behälter aus Glas haben ein höheres Eigengewicht als Blechdosen.

Glaskonserven können zudem selbst eingemacht werden, indem frisches Obst oder Gemüse (z. B. essigsaure Gurken) und Kompott selbst eingeweckt werden. Diese Einweckgläser halten ca. 1 Jahr. Wenn Sie einen eigenen Garten mit üppiger Ernte haben, ist das Einwecken in Gläser eine sehr gute, vor allem günstige Ergänzung im Lebensmittelvorrat.

Diverse Konserven für die Krisenvorsorge

Welche Lebensmittel sind als Konserven erhältlich?

Fast jedes frische Lebensmittel kann in Glas oder Konservendose konserviert und für Langzeitlagerung haltbar gemacht werden. Wenn Sie selber einkochen, erreichen Sie nicht die volle Haltbarkeit, wie sie bei der industriellen Konservierung erreicht werden kann. Ob Nahrungsmittel im Glas oder in der Dose konserviert werden, hängt unter anderem davon ab, welche Zutaten verwendet werden.

Eintöpfe & Fertiggerichte in der Dose

  • Ravioli
  • Hühner-Nudel-Topf
  • Spaghetti mit Tomatensoße
  • Erbensuppe
  • Linsensuppe
  • Bohneneintopf
  • Rouladen
  • Gulasch

Gemüse- & Obstkonserven

  • Kartoffeln
  • Erbsen
  • Karotten
  • Bohnen
  • Linsen
  • Pfirsich
  • Mandarinen
  • Kirschen
  • Erdbeeren

Fisch- & Wurstkonserven

  • Heringsfilets in Tomatensoße
  • Heringsfilets in Senfsoße
  • Thunfisch in Sonnenblumenöl
  • Thunfisch in Tomatensoße
  • Jagdwurst
  • Bratwurst
  • Corned Beef
  • Sülze
  • Schmalzfleisch

Spezialkonserven für die Krisenküche

Neben den herkömmlichen Konserven, die jeder kennt und die in jedem Supermarkt erhältlich sind, gibt es auch Spezialkonserven, die weniger Bekanntheit genießen, aber vor allem für die Krisenvorsorge perfekt geeignet sind.

Langzeit-Konserven mit Volleipulver, Vollmilchpulver und Dosenbrot

Zu den wichtigsten Spezialkonserven zählen zum Beispiel:

  • Milchpulver
  • Volleipulver
  • Käsepulver
  • Butterpulver
  • Suppenpulver
  • Soßenpulver

Durch spezielle Trocknungsverfahren lassen sich diese Nahrungsmittel bis zu 30 Jahre und länger aufbewahren. Bei Bedarf können diese Instantpulver mit Flüssigkeit zubereitet und verwendet werden.

Wie viele Lebensmittelkonserven einlagern?

Wer den ersten Blick in den Keller wagt und für den Ernstfall vorsorgt, fragt sich schnell: Wie viele Dosen müssen hier eigentlich stehen, damit wir sicher durchkommen? Das Bundesamt für Bevölkerungsschutz und Katastrophenhilfe (BBK) rät dazu, einen Notvorrat anzulegen, der für mindestens zehn bis vierzehn Tage völlig unabhängig reicht.

Um diese zwei Wochen entspannt zu überbrücken, rechnet man pro Kopf grob mit rund drei bis vier Kilogramm an Lebensmitteln und Getränken am Tag. Für einen Zwei-Personen-Haushalt kommt da über die zwei Wochen ein ordentliches Gewicht von etwa 80 bis 100 Kilogramm zusammen – wobei haltbare Dosen und Konserven hierbei den absolut wichtigsten Teil ausmachen sollten.

Wie viele Kalorien braucht der Mensch?

In einer stressigen Krisensituation leisten Körper und Geist Enormes – da wäre es ein echtes Himmelfahrtskommando, mit den Kalorien zu geizen. Völlig unabhängig vom Alltag verbraucht ein erwachsener Mensch im Schnitt rund 2.000 bis 2.500 Kilokalorien täglich. Wenn noch Panik, Kälte oder anstrengende körperliche Arbeit dazukommen, schnellt der Energiebedarf sogar noch spürbar nach oben.

Packen Sie Ihren Vorrat deshalb nicht nur mit leichten Magenfüllern voll, sondern setzen Sie gezielt auf nahrhafte Sattmacher und energiereiche Fertiggerichte. Herzhafte Eintöpfe, Nudeln in kräftiger Soße oder eine kräftige Scheibe Dosenbrot mit einem guten Schuss Fett liefern Ihnen die Energie, die der Körper braucht, um fit und handlungsfähig zu bleiben.

Lang haltbares Dosenbrot macht satt und liefert Energie

Welche Risiken bestehen bei Konservennahrung?

Konservierte Lebensmittel gelten als extrem sicher, dennoch sollten Sie bei der Lagerung und beim Öffnen auf bestimmte Risiken achten. Das größte Alarmzeichen sind beschädigte, stark verbeulte, aufgeblähte oder rostige Dosen. Wölbt sich der Deckel oder zischt es beim Öffnen verdächtig, kann sich das gefährliche Bakterium Clostridium botulinum gebildet haben, das das lebensgefährliche Botulismus-Toxin erzeugt. Solche Dosen dürfen unter keinen Umständen mehr verzehrt werden, sondern müssen sofort entsorgt werden. Bei intakten, richtig gelagerten Dosen ist der Inhalt hingegen meist auch Jahre nach Ablauf des MHD noch bedenkenlos genießbar.

Publiziert am 02.03.2026 – aktualisiert 29. August 2026